Fadenfreude,  Querbeet

kurzes Steampunk-Kleid (ohne Schnittmuster genäht)

Heute stelle ich euch ein Kleid vor, das ich schon sehr lange einmal posten wollte. Genäht habe ich es schon vor zwei Jahren – aber erst vor knapp drei Wochen konnte ich es zum ersten Mal austragen. Ursprünglich gedacht war es für das viktorianische und/oder Steampunk-Picknick auf dem WGT, das aber – coronabedingt – zweimal ausfiel, und dann zu lange im ungewissen lag. Dann also zum viktorianischen Picknick im Englischen Garten in München…

Angefangen hatte alles vor etwa über zwei Jahren, als ich mit Astrid bei einem Räumungsverkauf für Stoffe war und circa 10 Meter von diesem schwarz-braun gestreiften Jerseystoff zu einem seehr vernünftigen Preis erstanden habe.

Endlich einmal die Möglichkeit, richtig großzügig mit Material umzugehen! Die Idee mit dem Steampunk-Kleid war da sehr schnell da. Auf der anderen Seite hatte ich keine Lust, akribisch irgendwelche komplizierten Schnittmuster nachzuarbeiten. Also ein freier Entwurf…

Links seht ihr meine erste Skizze zu dem Kleid. Die Grundidee war, einen Schlauch zu nähen und zwei Lagen locker übereinander zu raffen.

Den Stoff habe ich quer genommen und 2,40 Meter zu einem Schlauch genäht, also 1,20 Meter einfach gelegt. Die Kleidungsgröße passt man dann einfach durch die Stärke des Gummibundes an. Die Länge ergibt sich automatisch aus der ursprünglichen Breite des Stoffes.

Man schlägt den Schlauch nun so um, dass die hintere, kürzere Lage die angepeilte Rocklänge ergibt (bei mir etwas über kniehoch, also 62 cm). Die vordere Lage habe ich nun in gleichmäßige Abschnitte unterteilt und die entsprechenden Punkte mit Klammern markiert. Wie genau, könnt ihr aus der Skizze ablesen.

Kanten habe ich bei diesem Kleid übrigens nirgends umgenäht, Jersey ribbelt sich ja schließlich nicht auf.

Im nächsten Schritt habe ich einen kräftigen Gummizug in den Bund eingenäht und das Unterteil des Kleides meiner Petra (meiner Schneiderpuppe) übergestülpt.

Ach ja, ganz vergessen: hier braucht es unbedingt eine Krinoline darunter, sonst steht das Unterteil natürlich nicht so schön ab. Gibt es aber für relativ wenig Geld im Internet.

Dann habe ich wieder mit Klammern den vorderen Teil des Rockes gemäß meinen Markierungen immer versetzt gerafft, jeweils von der unteren Markierung zur oberen.

Natürlich muss man sich da nicht genau an die Vorgaben halten, sondern kann sich hier spielen, bis alles schön ausschaut. Anschließend habe ich die hochgerafften Punkte gut angenäht.

Hier sieht man auch schon die schmale Taillen-Corsage, mit der ich später das Ober- und Unterteil zu einem Kleid verbinden werde.

Dann habe ich auf den rückwärtigen Teil des Rockes mit Zickzack-Stich ein schwarzes Zierband angenäht (da ging mal auf dem Flohmarkt eine Rolle her).

Auf diesem Bild kann man auch sehr schön den Bund mit dem Gummizug erkennen.

Mit besagtem Zierband habe ich dann noch auf die Endpunkte der gerafften Stellen kleine Schleifchen angenäht.

Das Unterteil meines Kleides ist jetzt fertig…

Jetzt noch das Oberteil: hier habe ich nach einem einfachen Grundschnitt ein T-Shirt mit halblangen Ärmeln und einem ordentlich großen Ausschnitt genäht. Anschließend habe ich am Ausschnitt und an den Ärmelenden schön viel Rüschen angenäht und abschließend wieder mit meinem hübschen Zierband – naja – verziert eben.

Und fertig ist mein Steampunk-Kleid!

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.