Griesschaum (vormals: Griesbrei)

Er gilt Friederike wie mir als eines der klassischen Wohlfühl-Gerichte aus unserer Kindheit: Zum Trösten nach kleinen Unglücken, um fiesem Wetter zu trotzen oder als das Erste, was man nach einer Grippe wieder gerne zu sich nehmen mag.

Auch wenn ich die oft betonartige Konsistenz unserer ersten Versuche zu Studentenzeiten interessant fand, so sind wir uns doch einig, dass Griesbrei von fluffiger Konsistenz sein muss – ein Traum von Schaum sozusagen. Dabei ist es fast unglaublich, aus wie wenig Hartweizengries am Ende eine satte Portion entsteht.

Kleinigkeiten machen hier viel Musik: Brauner Rohrohrzucker statt weißer Raffinade, ein nur kleines Ei (damit der Anteil an Eischnee nicht zu groß wird), und mit einer kleinen Prise Salz darin. Und weil’s ein Schäumchen ist, bleibt auch der Rührlöffel im Schrank. Man braucht ausschließlich einen mittelgroßen Schneebesen.

Wer Früchte dazu mag, muss manchmal einen Spagat üben: viele Früchte entfalten einerseits ihren üppigen Geschmack erst, wenn sie angewärmt (Mangos, Erdbeeren, Himbeeren) oder fast schon erhitzt sind (Blaubeeren, Rhabarber z.B.). Dem Brei hingegen gefällt ein deutlicher Warm-Kalt-Kontrast. Darum kann z. B. eine (säuerliche) Rote Grütze oder ein Kompott direkt aus dem Kühlschrank die erste Wahl sein.

Und zum Ende hin soll die Zubereitung flott erfolgen, damit der Zauber angenehm warm verputzt werden kann. Selten ein Problem, denn das Ergebnis dürfte wohl immer schon sehnsüchtig erwartet werden.

 

Nachspeise für 4-8, Hauptspeise für 2 Personen:

4 Tassen Vollmilch
2 gut gehäufte Esslöffel Hartweizengries
8 TL brauner Rohrohrzucker (notfalls 6 TL weißen)
1 kleines Ei
1 Prise Salz

Zimt, Rote Grütze, Apfelkompott, Früchte o.ä. nach Belieben

 

Zubereitung:

Servierschale(n) bereitstellen, wer mag: vorwärmen.

Ei trennen, Eiweiß mit einer kleinen (!) Prise Salz steif aufschlagen (wie das am besten geht steht hier).

Milch in einen kleinen Topf geben. Der Topf hat idealerweise einen gewölbten oder schrägen Rand (z.B. eine Sauteuse), damit nichts ansetzt.

Milch erwärmen bis sie wellt, den Gries flächig einstreuen, dann unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen sanft aufkochen lassen, bis der Gries vollständig ausquillt. Das dauert ein paar Minuten – man darf sich nicht davon irritieren lassen, dass es lange Zeit eher so aussieht, als würde man eine Gries-Suppe fabrizieren.

Zucker zugeben, Topf vom Herd nehmen und durchrühren, bis der Zucker gelöst und alles etwas abgekühlt ist.

Das abgetrennte Eigelb zugeben und sofort schnell durchrühren. Es soll binden aber nicht stocken. Zum Schluss den Eischnee zugeben und ohne Rührorgie einfach locker unterziehen.

Wenn gewünscht mit Früchten, Kompott, Zimt garnieren. Schnell servieren, der Griesschaum verliert sonst zu viel Temperatur.

(Oliver)

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Eine Antwort zu “Griesschaum (vormals: Griesbrei)”

  1. Hanne-Lore Dopheide sagt:

    Das ist aber eine schöne Erinnerung!
    Da hätte ich auch noch eine kleine Variante als Auflauf, speziell für kalte Winterabende.
    Man schichtet ein paar Lagen Griesbrei abwechselnd mit RhabarberErdbeermarmelade
    (möglichst selbstgekochte, die ist nicht so süß)übereinander.Obendrauf kommen dann Butterflöckchen, die im Backofen eine knusprige, braune Farbe geben.Dafür darf das Eiweiß auch ruhig groß sein; das macht die Sache lockerer.

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