Reise nach Cornwall im Frühjahr 2016

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In den Pfingstferien reiste ich mit ein paar Freunden für eine gute Woche in den Südwesten Englands. Wir besuchten die Counties Cornwall, Devon und Somerset. Da wir eine Rundreise machten, möchte ich hier nur die spektakulärsten Ziele  und solche, die uns kulinarisch am stärksten beeindruckten, nennen. Diese herauszufiltern, genauso wie die schönsten Fotos auszusuchen, ist mir richtig schwer gefallen. Denn unser Trip war alles in allem faszinierend.

Nun, unsre Reise begannen wir ab Bristol Airport, wo wir eine Nacht in einem nahe gelegenen netten B&B verbrachten.

Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst nach Cheddar, wo sich alle Mitreisenden von der hohen Qualität der dort produzierten Käsesorten überzeugen konnten. Ich muss gestehen, dass ich vor allem den in Supermärkten vertriebenen Cheddar kenne und vor Ort auch ein neues Geschmackserlebnis hatte. Wir waren so begeistert, dass wir gleich zuschlugen und einige Käsestücke für unterwegs und zuhause kauften. Denn nicht nur der Cheddar, sondern auch der Stilton – um nur ein weiteres Beispiel zu nennen – waren geschmacklich hervorragend.

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Anschließend ging es weiter nach Wells, wo uns der mittelalterliche Sakralbau, die Cathedral, die unter Künstlern und Architekten weltweit bekannt ist, beeindruckte.

Glastonbury, das Zentrum esoterischer Kultur, durfte auf der Rundreise nicht fehlen, allein schon nicht wegen der beiden vermeintlichen Artus-Gräber, die bei den Ruinen der Abbey vermutet werden. Musikliebhaber kennen sicherlich auch das Glastonbury Festival, das einmal im Jahr dort stattfindet.

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Auf unsrem Weg von Somerset fuhren wir über Devon nach Tintagel in Cornwall. Einer unserer Zwischenstopps war das Dartmoor, wo wir ein wenig spazieren gingen und wo die Atmosphäre all unsre Erinnerungen an das Dartmoor aus Edgar-Wallace-Filmen bestätigte. Nach dem windig-nass-kühlen Spaziergang, steuerten wir ein Hotel an, das uns zurück zum Anfang des letzten Jahrhunderts katapultierte. Wir stärkten uns mit einem Afternoon-Tea, bei dem uns eine Etagere mit allerlei englischen Köstlichkeiten angeboten wurde.

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Eine Zeitreise bot auch unsre nächste Unterkunft in Tintagel. Leider weilten wir nicht in dem schönen, morbid wirkenden Schloss Camelot, sondern in einem kleinen Appartement beim Schloss. Aber dafür frühstückten wir fürstlich mit vielen wohlhabenden Engländern, von denen einige zu einem Lotus-Autoclub gehörten. Bei unsrer Ankunft zählten wir 16 Lotus-Modelle auf dem Platz vor dem Hotel.

Tintagel ist ebenfalls sehr mystisch. Dort soll König Artus mit seinen 12 Rittern der Tafelrunde gewirkt haben. Merlin, der Zauberer, lebte in der Höhle unterhalb des Berges. Die Gegend fanden wir äußerst beeindruckend. Das Örtchen selbst ist sehr nett, abgesehen davon, dass wir später lasen, es sei zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Touristen neu aufgebaut worden. Nur ein kleines Postamt ist wirklich alt. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und kann besichtigt werden. Tintagel bietet einige kleine nette Cafés und einladende Süßwarengeschäfte, in denen man beispielsweise feine, sehr süße Fudges erstehen kann.

Eine Fahrt nach Boscastle, einer ehemaligen Schmugglerhochburg, endete mit einem sehr leckeren Abendessen.

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Unser nächster Übernachtungsort war Camborne, eine ehemalige Minenstadt in Cornwall. Hier sieht man, wie auch in Deutschland im Ruhrgebiet oder im Saarland, dass ein gewisser Anteil der Bewohner von der Schließung der nahegelegenen Mine betroffen und daher arbeitslos sind. Eine gewisse Depression haben wir alle deutlich gespürt.

Etwas überrascht stellten wir fest, dass es direkt gegenüber unsres Hotels einen Aldi-Discounter gab. Das dortige Sortiment mussten wir gleich inspizieren und waren von dem englischen Angebot ziemlich überrascht. Vor kurzem hatten mein Mann und ich eine Reportage über die beiden großen deutschen Discounter und ihre Expansionsbestrebungen in Großbritannien im Radio gehört. Die englischen Supermärkte Tesco oder Sainsbury’s werden immer stärker vom dortigen Markt verdrängt.

Nun, von Camborne aus unternahmen wir einen Ausflug in den – wie es in Reiseführern heißt – schönsten Garten Englands, den Trebah Garden. Es ist eine sehr alte subtropische Gartenanlage mit uralten Rhododendren, Camelien, Magnolien, wildem Riesenrhabarber und vielem mehr. Toll ist auch der Anschluss ans Meer mit einem süßen kleinen Strand, wo wir uns mit einem vorzüglichen kornischen Eis erfrischten.

Auch Saint Ives und Port Isaac (der Drehort der britischen Serie Doc Martin), zwei kleine, malerische Hafenorte, haben uns sehr gut gefallen. Sie boten einiges an kulinarischen Köstlichkeiten, Austern und ein hervorragendes Abendessen.

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Bath war unser letztes Reiseziel. Ein Tag in dieser alten römischen Stadt ist allerdings zu kurz. Wir haben aber das Beste aus unsrem Kurzaufenthalt gemacht und fanden sogar gleich das meiner Ansicht nach beste Fischrestaurant auf unsrer Reise, das „Scallop Shell“. Dort aßen wir Scholle und andres Meeresgetier. Alle waren begeistert, zumal der Fisch und die Meeresfrüchte fangfrisch waren und was aus war, gab es einfach nicht mehr zu bestellen. Im Nachhinein fand ich heraus, dass die Speisekarte täglich wechselt, je nachdem, was gefangen wurde. Das Restaurant ist definitiv einen Besuch wert.

Abgerundet haben wir unsre Reise mit einer Stippvisite zum Binnenhafen in Bristol, wo die SS Great Britain zur Besichtigung vor Anker liegt.

Bei dem Besuch des Südwestens der britischen Insel haben wir viele hervorragende kulinarische Eindrücke gesammelt. Wir haben tollen Fisch gekostet! Frische Austern direkt vom Meer probiert! (Nicht-nur Vege-)Burger gegessen! Der Kaffee war oft auch von guter Qualität.

Als alte Englandbesucherin habe ich meinen Mitreisenden auf dem Gebiet der Nahrungsaufnahme natürlich so manches mehr abverlangt. Sie mussten sich durch die verschiedenen Sorten Crisps probieren, Twigs schmecken, englische Kekse versuchen und den kornisch-devonschen Cream-Tea testen. Ich glaube, der Cream-Tea kam am besten an – ist ja auch wirklich unglaublich lecker mit frisch gebackenen Scones, Erdbeermarmelade und Clotted Cream, einer Art Crème double – und Schwarztee mit Milch.

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Ich gehe davon aus, dass wir bei der Rückreise alle in paar Kilo mehr auf die Waage gebracht haben, nicht nur unsre Koffer. (Astrid) 


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